Unsere Reise nach Wien
Im Jahr 2006 erhielt ich eine Karte von meiner Cousine aus Wien, in der sie mir schrieb, dass sie mich und meinen Mann gern kennenlernen wollte. Also fackelten wir nicht lange und machten uns auf den Weg.
Die Reise führte uns als erstes nach Tschechien, genauer gesagt nach Karlsbad. Aus einem unserer Bücher hatten wir einen privaten Stellplatz in Innenstadtnähe herausgesucht. Wir sind dort gut betreut worden! Die Stadt hatte ich bereits einmal besucht und zwar im Jahr 1967. Damals war von "Schönheit" nichts zu sehen. Die Kuranlagen, die prachtvollen Hotels und Bürgerhäuser waren in einem erbärmlichen Zustand. Die Fenster zerschlagen, die Heizungen herausgerissen, das Parkett hochgekommen - eigentlich nur noch zum Abriss vorgesehen. Aber es ist ein Wunder geschehen. Bis auf ein Haus an der Prommenade sind alle wunderschön wieder hergerichtet und eine Augenweide für den Betrachter. Durch die Wiederaufnahme des Kurbetriebes sieht man an allen Ecken der Stadt den wiedererlangten Wohlstand.

Karlsbad 2006
Nach ein paar Tagen in Karlsbad ging unsere Fahrt weiter nach Pilsen. Auch in dieser Stadt bin ich 1967 kurz gewesen und habe dieselbe als unansehnlich und schmutzig in Erinnerung. Auch hier hat sich das Bild gewandelt. Die Pilsener Brauerei bringt der Stadt durch den Export des Bieres Deviesen und der Wohlstand macht sich im Stadtbild bemerkbar. Auch hier sind die Bauten renoviert worden und heute gut anzuschauen. Die Brauerei ist ausserdem ein Touristenmagnet, der die Leute in die Stadt bringt. Täglich kommen viele Busse aus allen europäischen Ländern.
Pilsen 2006
Von Pilsen aus fahren wir weiter in die Hauptstadt Tschechiens, nach Prag. Auch diese Stadt habe ich im Jahre 1967 besucht und empfand sie als trist und etwas schmuddelig. Heute bietet sich ein anderes Bild. Die Bauwerke sind größtenteils renoviert und erstrahlen in neuem Glanz. Die Grünanlagen sind sehr gepflegt mit reichlich Blumenschmuck. Die schöne Stadt an der Moldau trägt nicht zu Unrecht den Titel "Goldene Stadt" . Prag ist alles in allem eine Reise wert.



Prag 2006
Auf der Suche nach einem Übernachtungsort werden wir in der Nähe von Telc fündig. Ein Campingplatz mitten in der schönen Naturlandschaft. Wir fahren nach Karte und bei dem Örtchen Telc fällt uns auf, das es hier eine Sehenswürdigkeit geben soll.
Manche Dörfer halten ungeahnte Überraschungen parat. So auch Telc. Was sich uns bot konnten wir kaum fassen. Wir fuhren durch den unscheinbaren Ort. Vorbei an einem kleinen See vor einem Wald und einem von einer Mauer umgebenen Park. Dann ein großer Parkplatz - für so einen Ort sicher überdimensioniert! Ein Schild mit dem Hinweis auf ein UNESCO-Welterbe. Wo sollte das wohl sein? Vielleicht hinter der Parkmauer? Vielleicht ein Schloß, eine Kirche? Wir parkten unser Fahrzeug auf dem leeren Parkplatz und machten uns auf den Weg in den Park. Hinter der Mauer ein riesiges Parkgelände mit einer Orangerie. Hinter den Bäumen sichten wir einen kleinen Turm. Vieleicht von einem Schloß - vielleicht von einer Kirche? Wir gehen darauf zu und stehen vor einer Kirche. Durch eine kleine Gasse zwischen der Kirche und einem kleinen Haus gehen wir hindurch und stehen unvermittelt auf einem wunderschönen Marktplatz umgeben von schönsten Bürgerhäusern. Der Ort wird gerade mit Geldern der UNESCO restauriert. Es ist ein Bild, wie aus einer Modellbahnanlage! Aber die Stadt lebt!!!

Hinter dieser Mauer verbirgt sich ein Kleinod So etwas hatten wir nicht vermutet Der Marktplatz von Telc
Nur die Luftbildaufnahme, die wir an einem Postkartenverkauf erstanden haben, zeigt den verborgenen Ort.
Unser Weg führt uns weiter nach Brünn. Die Suche nach einem Parkplatz für unser Mobil gestaltet sich scwierig. Die im Stadtplan ausgewiesenen Plätze sind durchweg nur für Pkw´s. Die Nebenstraßen sind für Lkw´s weitgehend gesperrt. Wir finden aber noch ein Plätzchen an der Bahnlinie. Die Stadt selbst sieht noch etwas traurig aus. Insbesondere fällt das auf, wenn man vorher so ein schmuckes Städtchen wie Telc gesehen hat. Es wurden nur wenige Teile saniert und Baulücken hat man modernen Gebäuden geschlossen.

Einige der wenigen restaurierten Gebäude in Brünn.
Da sich unser Besuch bei meiner Cousine verschoben hat, machen wir einen Abstecher mal eben nach Ungarn. Unser erstes Ziel ist die Bischofsstadt Györ. Unser Campingplatz liegt unmittelbar an der Donau und in die Stadt fahren wir mit dem Bus. Györ ist eine gediegene Kleinstadt mit einigen historischen Bauwerken, unter anderem auch dem Bischofspalast in der Stadtmitte. Das Zentrum ist sehr belebt mit vielen kleinen Geschäften und Gaststätten. Auffällig waren mir die vielen kleinen Modeateliers und Schneiderwerkstätten ... und die niedrigen Preise. Maßanzüge aus gutem englischen Stoff für ca. 90 Euro.



Györ 2006
Weiter geht unsere Reise an der Donau entlang nach Esztergom. Hier hatte Kaiserin Sissy eine Residenz hoch über der Stadt. Auch die Basilika ist weithin sichtbar. Die alten Häuser in der Innenstadt zeugen von vergangenem Glanz.



Esztergom
Um Budapest zu besuchen fahren wir auf einen Campingplatz in Szendendre. Er liegt unmittelbar an der Donau und wir sind in wenigen Minuten in der kleinen, sehr romantischen Stadt. In den kleinen Souvenirläden kann ich dann doch nicht widerstehen und kaufe eine kleine handgearbeitete Tischdecke.



Szendendre 2006
Von Szendendre fahren wir mit der Vorortsbahn nach Budapest. Die ungarische Hauptstadt ist nach Beendigung des Kommunismus wieder eine der schönsten Städte Europas und von Touristen aus allen Nationen zahlreich besucht.


Budapest 2006
Zu dem positiven Eindruck trug natürlich auch das ausgesprochen gute Wetter bei.
Auf unserer Weiterfahrt zum Balaton hatten wir dann eine Reifenpanne. Natürlich auf einer schmalen aber vielbefahrenen Landstraße ohne nennenswerten Randstreifen. Das ganze obendrein am Berg und bei sengender Mittagssonne!!!
Also erstmal einiges auspacken, damit wir an den Reservereifen kommen und die Wagenheber ansetzen können. Gar nicht so einfach auf dem unbefestigten Randstreifen. Aber wir haben es geschafft.
Als wir die letzten Schrauben anziehen kommt aus der Gegenrichtung ein Lkw angefahren und stellt sich vor unser Mobil. Ich sage meinem Mann, daß wir offensichtlich Hilfe bekommen - aber weit gefehlt. Der Fahrer kommt zu uns, hält in der Hand einen Rückspiegel und macht mit der anderen Hand die typische Bewegung für "Bezahlen". Wir schauen uns ratlos an - dann aber zeigt uns der Lkw-Fahrer, daß er uns versehentlich den Rückspiegel abgefahren hat und wir finden heraus, daß er von uns wissen wollte, wieviel er uns für denabgefahrenen Spiegel bezahlen soll. Der Spiegel war zum Glück heil geblieben und mußte nur wieder eingesetzt werden. Er war ganz glücklich darüber, daß er nichts bezahlen mußte und wir waren glücklich darüber, daß unser Spiegel unbeschädigt geblieben ist, da wir wissen wie schwer es ist diesen Spiegel zu besorgen.
Diese Begebenheit wird uns als ausgesprochen positive Erinnerung bleiben.
Nach Reparatur des Reifens setzen wir unsere Fahrt nach Kesthely fort. Wir finden einen Camping-Platz in der Nähe des Sees. In die Stadt fahren wir mit der Stadtbahn. Kesthely ist ein netter Ferienort am Balaton mit einem schönen Schloß und einer sehenswerten Altstadt mit ansprechender Fußgängerzone und einen wunderschönen Kurpark am Balaton.


Das dörfliche Kesthely Das Schloß
Weiter geht unsere Reise und als nächstes machen wir in Sopron Station. Diese Stadt ragt wie ein Sporn in österreichisches Gebiet südwestlich des Neusiedler Sees. Innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern befinden sich mehrere Kirchen, Klöster und viele Museen. Alles ist in einem nicht sehr guten Zustand. Es muß hier noch einiges getan werden.

Sopron
In guter Erinnerung bleibt uns das Restaurant in dem wir für wenig Geld wunderbare Gänseleber mit Knödeln serviert bekommen haben. Sehr Lecker!!!
Von Sopron aus führt uns unser Weg dann nach Kritzendorf bei Wien. Hier finden wir einen offiziellen Wohnmobilplatz direkt am Bahnhof. Bei glühender Hitze haben wir uns einen schattigen Platz gesucht.
Mit der Bahn fahren nach Wien und suchen unsere Cousine auf. Sie arbeitet in einem Modesalon in der Innenstadt. Auf dem Weg dorthin bekommen wir schon einen ersten Eindruck von der Pracht dieser Stadt. Wien kann man nicht beschreiben - Wien muß man gesehen haben!!! Eine ähnlich wohlhabende Stadthaben wir bisher nicht gesehen.



Wien